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Die Stadtapotheke: Verlorenes Wissen teilen

Welche Pflanzen finden sich in Berlin und wie liest man sie? Welche können gegessen werden? Welche sind giftig? Und welche heilen? Wie muss man sie zubereiten? Was wächst in Berlin? Und warum ist das Wissen über Pflanzen kein Alltagswissen mehr? Auf der Suche nach fast verlorenen Geschichten, Wissen u.a. wird der Stadtraum zum Forschungsgegenstand und Labor. Welche Geschichten werden von wem erzählt? Was bedeutet Bio-Piraterie und was hat unsere Ernährung mit dem Bienensterben zu tun? Das generationenübergreifende Stadtforschungs-Projekt wird mit der Nürtingen-Grundschule, der Künstlerin und Schauspielerin Anja Scheffer, der Künstler*in Seraphina Lenz und den pensionierten Pharmazeut*innen Heino und Tomma Luxa sowie einer 456 Klasse und ihrer Lehrerin Wiebke Janzen durchgeführt und von Silke Ballath begleitet. Es geht um die Weitergabe von Wissen, um das Erforschen dieses Wissens und darum neue Formen des Austauschens und Weitergebens zu entwickeln. Die Forschungsmethoden changieren zwischen naturwissenschaftlichen und künstlerisch-performativen Vorgehensweisen. 

Ausgehend von dem einjährigen Forschungsprozess werden wir im Austausch mit verschiedenen Partner*innen im Kontext von Global Roots, einem Erasmus+ Projekt, unsere Ansätze, Strategien und Vorgehensweisen reflektieren und Ideen dafür entwickeln, die Erfahrungen mit weiteren Akteur*innen zu teilen. Darüber hinaus werden wir gemeinsam mit den Projektteilnehmer*innen von Global Roots ein Tool entwickeln, das die verschiedenen Erfahrungen zusammenbringt und reflektiert.
Es soll sowohl die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Prozesse sichtbar und verhandelbar machen als auch Anregungen für Projektideen, die Zusammenarbeit zwischen Künstler*innen und Grundschulen, sowie unterschiedlichen Themenfeldern zwischen Kunst und Naturwissenschaften vermitteln. Die Form der Dokumentation ergibt sich aus der Zusammenarbeit und den Zusammentreffen während des gemeinsamen Austauschs.

Das übergeordnete Ziel des Projekts Global Roots ist es, aufzuzeigen, wie Kunst und Kultur dazu beitragen können, Lehrer in der Grundschulbildung zu engagieren, um nachhaltige Lernumgebungen zu schaffen, in denen Kinder durch Reflexion und Eintauchen ihre Beziehung zur Welt von heute entwickeln können. Wir wollen erforschen, wie Partnerschaften zwischen Fachleuten aus Kunst und Kultur und Fachleuten aus der Grundschulpädagogik die Denkweise und die Arbeitsabläufe beider Berufsgruppen in Frage stellen und neue Kompetenzen entwickeln können, um Kindern eine aktive Weltbürgerschaft und nachhaltige Entwicklung zu vermitteln.

Der einjährige Forschungsprozess fand im Rahmen von Schools of Tomorrow in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kulturen der Welt statt, sowie mit dem Programm Kulturagenten für kreative Schulen Berlin, im Rahmen von Urbane Botanik III: Räume des Gemeinschaffens.